IslandPferdeReitverein Siegerland e.V.

Am 26/27.03.2011 startete der IPR Siegerland zur dritten Züchtertour mit 17 Teilnehmern (14 Mitglieder und 3 Nichtmitglieder) vom Hof der Familie Hassel in Öhringhausen.

Das erste Ziel am Morgen des 26.03.11 war das Gestüt "Hirtenhof" der Familie Rubel-Leipbold in Wehrheim in der Nähe von Friedberg. Gut gelaunt ging es nach dort, wo wir von Nicole Rubel-Leipbold und ihrem Bruder Michael erwartet wurden. Michael erläuterte uns die vorgestellten Pferde mit Abstammung, Gangveranlagung und Verwendungszweck. Das Wetter war sonnig, aber es herrschte ein kalter Wind - aber was soll es - wir sind ja einiges gewöhnt.

Zuerst führte uns Nicole durch die Gestütsanlage und stellte uns die Deckhengste in den Boxen vor. Dann wurde uns Abel von Gut Tiergarten, der leicht verletzt war, freilaufend in der Halle gezeigt. Ein Fünfgangrapphengst, der 2008 FIZO Sieger der 5 jährigen Hengste in Wurz wurde. Am Dritteltreffen in Wurz 2009 wurde er bester 6-Jähriger mit einer FIZO Note von 8,27, unter anderem eine 9,0 für seinen Rennpass. Abel ist, wie auch andere Hengste des Hirtenhofes, ein Nachkomme von Trostan fra Kjartanstadir, dem Stammhengst vom „Gut Tiergarten“ der Familie Desch in der Nähe von Montabaur.

Weiterhin hatten wir die Gelegenheit, uns noch einige interessante Pferde – sowohl in der Halle als auch auf der schön gelegenen Ovalbahn anzusehen. Zum Beispiel Leikur von Medalfelli, einer der letzten Gaski fra Hofstödum Söhne. Ein mittelgroßer, quirliger Fünfgang-Fuchselitehengst mit immer gutem Tölt bis ins hohe Tempo und immer mit Pep.

Unter dem Sattel wurde uns auch der Trostan fra Kjartanstadir  Sohn Arvarkur von Gut Tiergarten, ein großrahmiger Viergangfuchshengst, vorgestellt. Er ist sowohl im Viergang als auch im Tölt LK 1, hat überdurchschnittliche Grundgangarten und sehr guten Tölt.

Dann kam "Otto", ebenfalls vom Gut Tiergarten und ein sehr großer Rapphengst mit hervorragendem Gebäude. Er wird 2011 FIZO beurteilt und ist laut Nicole eher ein Fünfgänger. Ebenso ein Sohn von Trostan.

Dann wurden weitere Stuten unter dem Sattel gezeigt, unter anderem gute Töchter von Leikur fra Medalfelli. Nach dieser interessanten Präsentation haben wir zusammen mit Nicole und Michael in einer gemütlichen Gaststätte im Hessenpark Mittag gegessen. Leider mussten wir uns nach einigem Fachsimpeln von Nicole und Michael mit Dank verabschieden und es ging weiter mit dem Bus in Richtung Karlsruhe, zum Mönchhof!

Am frühen Abend kamen wir bei Regen in Gaggenau-Moosbronn an. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, ging es auch schon zum Abendessen in die urgemütliche Gaststätte des Mönchhof. Viele Teilnehmer waren beeindruckt davon, wie sich die Anlagen des Hofes in das steil ansteigende Gelände einfügt und natürlich noch ein bisschen mehr von den Pferden, auf die wir schon einen kurzen Blick werfen konnten. Beim Essen drehten sich die Gespräche – natürlich wie immer, wenn mehr als ein Pferdemensch anwesend ist, rund um unser geliebten Vierbeiner, bis die meisten kurz vor Mitternacht in die Betten fielen.

Da bereits um 09.00 Uhr die Baden-Württenbergische Hengstkörung in der Reithalle des Mönchhofes startete, mussten wir wohl oder übel am Sonntag wieder früh aus den Federn kriechen.

Pünktlich ging es los und es wurden 11 Junghengste den Richterinnen Silke Feuchthofen und Marlise Grimm vorgestellt. Alle mussten eine Jungpferde-FEIF mit einer Note von mindestens 7,80 bestehen, um ins Hengstbuch I eingetragen zu werden. Nur zwei der vorgestellten Hengste schafften dies nicht.

  1. Kongur von Lichtenberg, Besitzer Heike Böhm mit einer Note von 8,08 Gesamt. Ein leichtfüßiger brauner Sohn von Sjoli fra Dalbae der absolut im modernen Typ stand, Fünfgänger.
  2. Tobias fra Hamarsey, Besitzer Vera Reber mit einer Note von 8,03 Gesamt. Ein typischer Orri Sohn, kraftvoller temperamentvoller Viergänger.
  3. Hringfaxi vom Fasanenhof, Besitzer Christina Koob und Björn Reinert mit einer Note von 7,99 Gesamt. Ein gut veranlagter, elastischer, eleganter Sohn von Hlynur fra Kjarnholtum.

Ab 11.00 Uhr startete dann die Gestütsschau des Mönchhof. Die Veranstaltung wurde wechselweise von Florian Schneider und dem Gestütsbesitzer Jens Füchtenschnieder kommentiert.

Es wurden zunächst verschieden Typen des Islandpferdes unter dem Sattel vorgestellt. Vom Urtyp über den Rennpasser bis zum modernen, großen Viergänger.

Wer richtig aufpasste, bekam erklärt, warum das Gebäude die Gangveranlagung bedingt. Das Gebäude der gezeigten Pferde gab automatisch vor, wie sich die Pferde bewegten und welche Gänge sie zeigten. Von Jens Füchtenschnier wurden auch die notwendigen Trainingsmethoden für diese Pferde erklärt. Dann stellte Jens seinen, von deutschen und internationalen Turnieren bekannten Rennpasser angespannt vor. Leicht angespannt war dabei auch das Gesicht von Beifahrer Florian Schneider – aber bei dem Tempo dieser Vorführung konnte einem auch leicht blass um die Nase werden. Schließlich wurde Speed gefahren, aber es ging alles gut. Eine sehr eindrucksvolle Einlage, gekonnt gemacht.

Jens zeigte dann Geysir fra Sigtuni, Sohn von Gustur fra Holi, ein eindrucksvoller Fünfganghengst, der unter anderem auch in der Freiheitsdressur alles mitmachte, was vorgegeben war.

In der Folge wurden uns Stuten mit Nachzucht, freilaufend oder unter dem Sattel von Atli fra Nordur-Hvammi, Gordur-Greifi fra Stora-Hof und anderen gezeigt.

Von 13.00-14.00 Uhr war Mittagspause und das Team des Mönchhof hatte auch hier auf´s Beste für die Gäste vorgesorgt.

Herausragend war nach der Mittagpause - freilaufend, da leicht verletzt - Sproti fra Hafrafellstungu, ein Sohn von Garpur fra Audsholtshjaleigu. Besitzer Johannes Hoyos, Österreich. Der Hengst deckt 2011 auf dem Mönchhof.

Sproti zeigte als Viergänger hochweite, wuchtige, sehr kraftvolle vier Gänge, im Mitteltrab mit waagerechten, weiten Bewegungen. Der 1,46 Stockmaß große Hengst bekam bei der gerittenen FIZO 9,5 für Töt, 9,5 für Temperament und 9,5 für Form unter dem Reiter, ein beinduckender Ausnahmerapphengst.

Dann folgten noch verschiedene, gute Verkaufspferde und am späteren Nachmittag Jolly Schrenk mit dem fünfjährigen Glaesir von der Igelsburg, einem Sohn von Heidur fra Medalfelli. Graufalbe und Körungssieger in Hessen 2009 mit einer Gesamtnote von 8,24. Freilaufend war der Hengst bereits überdurchschnittlich, und unter dem Sattel enttäuschte er auch nicht. Er zeigte sich elastisch und gut gymnastiziert in allen Gängen mit sehr akzentuiertem Tölt und raumgreifendem Trab.

Zum Schluss der gut organisierten, abwechslungsreichen Schau gab es schönes Abschlussbild mit gerittenen Pferden.

Auch in diesem Jahr haben wir auf der Züchtertour wieder etwas gelernt über Gebäude und Gangveranlagung des Islandpferdes, der Typenvielfalt, der verschiedenen Temperamente und dem vorhandenen Arbeitswillen. Es war lehrreich und schön – und der Spaß ist auch keinesfalls zu kurz gekommen, so dass wir um 16.00 Uhr nach dem obligatorischen Gruppenfoto zufrieden, aber etwas müde den Rückweg mit dem Bus (unser Busfahrer - ein absolutes Unikum) ins Sauerland antreten konnten.

Wie auch im letzten Jahr – wer nicht mit dabei war, hat wirklich eine tolle Tour verpasst. Weil – egal, ob jetzt Pferdenachwuchs geplant ist, oder nicht – man bekommt nicht oft die Gelegenheit, mit so viel Spaß und tollen „Lehrobjekten“ etwas über das Islandpferd lernen.

Mit freundlichen Grüssen

Euer Michael Weyandt



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